Besonders die Jugend aus Heblos, Allmenrod, Sickendorf (im HAS zusammengeschlossen) übte auf einem Weiher in Sickendorf. Ihr aktivster Vertreter war damals Heinrich Peter. Er und Fred Henning waren es im Jahre 1961, die eine Eishockeyabteilung beim HAS ins Leben riefen.
Das erste Spiel fand gegen eine Mannschaft aus Fulda statt und ging 3:2 verloren. Die Revanche glückte auf dem Eis des Rivalen mit 1:0. Der Weiher in Sickendorf wurde zum Löschteich ausgebaggert und stand den Eislaufanhängern nicht mehr zur Verfügung. Man wollte in die Kreisstadt Lauterbach ausweichen und wurde wegen eines Eislaufplatzes beim Magistrat vorstellig. Eine noch zu gründende Vereinigung wollte den Ausbau eines entsprechenden Platzes vorantreiben.
Im Juli 1963 wurde im Café Schneider der VERC (Vogelsberger Eis- und Rollschuh-Club Lauterbach) gegründet.
Dem damaligen Vorstand gehörten Fred Henning (1.Vorsitzender), Adolf Schönheit (Schriftführer) u. a. an Männer, die auch heute noch um Vorstand des VERC gehören.
Die Stadt Lauterbach stellte dem VERC den Weiher im Steinigsgrund zur Verfügung, der in gemeinschaftlichem Bemühen und unter Mitwirkung einer Lauterbacher Baufirma auf die Maße 60 x 30 m gebracht wurde.
Im Dezember 1963 wurde es dann erst. Der VERC nahm mit seiner jungen Eishockey-Mannschaft, mit Spielern aus Lauterbach, Heblos, Sickendort und Fulda an den Punktspielen der Hessischen Landesliga teil.
Das erste Spiel in Lauterbach fand am 26. Dezember 1963 im Steinigsgrund gegen den TEV Kronberg/Taunus statt und ging mit 3:5 verloren. Über 800 Zuschauer sahen diesen Auftakt. Alle waren sich einig: Der Eissport hatte die einheimische Bevölkerung gefangen. Die Begeisterung schlug hohe Wellen. Vertreter aus Stadt und Land erklärten sich bereit dafür zu sorgen, dass Lauterbach eine Kunsteisbahn bekommen sollte.
Bei dem zweiten Spiel in Lauterbach (5.1.1964) gegen Eintracht Frankfurt II waren wiederum 500 Zuschauer anwesend und sahen eine sehr schöne Demonstration des Eishockeys. Die Piste war von den Enthusiasten im nächtlichen Einsatz präpariert worden. Am 12. Januar 1964 war der Wettergott dem VERC wohlgesonnen und es konnte das fällige Heimspiel gegen den REC Heppenheim stattfinden. Der VERC gewann 8:1.
In den Pausen dieses packenden Spieles zeigten Margot Glockshuber und Klaus Esch ihre Meisterschaftskür, die ihnen bei den Meisterschaften in Oberstdorf einen 2. Platz eingebracht hatte. Über 1000 Zuschauer waren Zeugen dieser gelungenen Eissportdemonstration in Lauterbach. Ergebnis: Lauterbach sollte eine Kunsteisbahn erhalten.
Mit Hilfe des 23. Pionierbatallions der US-Army wurde im Juni die Grube für die Kunsteinsbahn ausgehoben. Sie entlastete die späteren Baukosten um 25000 Mark. Darüber hinaus verpflichteten sich Mitglieder und Gönner des Vereins zu Eigenleistung in bar und Sachspenden in einer Gesamthöhe von über 100 000 Mark.
In der Stadtverordnetensitzung am 9. Oktober 1964 wurde dann der einstimmige Beschluss zum Bau dieser Kunsteinsbahn gefasst. Es vergingen jedoch weitere Jahre und manch Schwierigkeit war zu überwinden, bis der Bau der Kunsteisbahn begonnen werden konnte.
Die Saison 1964/65 stand unter dem Motto: Aufstieg in die Regionalliga. Der Sprung in die Gruppenliga, der dritthöchsten Spielklasse beim Eishockey, war greifbar nahe.
Nach den guten Leistungen in der Landesliga Hessen fand am 5. März 1965 im Kunsteisstadion in Bad Nauheim das erste Aufstiegsspiel gegen den Mitbewerber SC Brandenburg-Berlin statt. Dieses Spiel gewann der VERC verdient mit 6:4. Das Rückspiel in Berlin ging etwas unglücklich 2:1 verloren.
Ein Entscheidungsspiel in Hannover wurde angesetzt. Auch eine Verlängerung, brachte keine Entscheidung. Es wurden insgesamt 200 Minuten gespielt (Die reguläre Spielzeit beträgt 3 x 20 Minuten). Man trennte sich 5:5. Diese Begegnung ging als die „Schlacht am Pferdeturm“ in die Vereinsgeschichte ein.
Aufgrund der gezeigten Leistungen entschied der Vorstand des Deutschen Eishockey-Bundes, dass der VERC in der Saison 1965/66 in der Gruppenliga Mitte spielt.
1966 sollte mit dem Bau der Kunsteisbahn angefangen werden, aber es dauerte länger.
Der VERC gab nicht auf. Man bereitete sich auf die neue Saison vor. In der Gruppenliga Mitte spielten u. a. die Vereine SC Mannheim, ERC Stuttgart, EV Ravensburg. Trotz ungünstigen Abschneidens in dieser Saison beschloss der Deutsche Eishockey-Bund, dass der VERC weiterhin in der Gruppenliga spielen kann. Der EB honorierte damit den einmaligen Idealismus der Sportler, die für den VERC spielten.
Der VERC hatte fast keine Einnahmen, man musste in Bad Nauheim nachts zwischen 22 Uhr und 24 Uhr trainieren und auch spielen. Die Heimspiele mussten in Bad Nauheim vor einer spärlichen Zuschauerkulisse stattfinden. Trainingszeiten und Heimspiele mussten bezahlt werden. Die Spieler fuhren mit eigenen Pkws zu den Spielen, bezahlten Fahrtkosten und Ausrüstung zum Teil selbst. Nur durch die Zusammenarbeit aller konnte sich der VERC über Wasser halten
In der Saison 1966/67 spielte der VERC in der Gruppenliga Nord. Bekannte Vereine, wie der EC Hannover, Preußen Berlin, Westfalen Dortmund, SC Hamburg, SC Altona, HTSV Bremen, waren jetzt die Spielgegner des VERC. Die Abschlusstabelle zeigte, dass der VERC, als einziger Verein dieser Gruppe ohne eigene Kunsteisbahn, nicht schlecht abgeschnitten hatte.
Im September 1967, als man sich in den zuständigen Gremien noch nicht über die Frage Kunsteisbahn oder Hallenbad einigen konnte, beschloss der Vorstand des VERC den Spielbetrieb ruhen zu lassen. Die Mannschaft wurde aus der Gruppenliga zurückgezogen und wollte in der Saison 1967/68 nur Freundschaftsspiele austragen und um den Landespokal spielen. Freundschaftsspiele: VFL Bad Nauheim Reserve - VERC 7:7, 0:9 Niederlage gegen ERC Selb.
Pokalturnier in Söllingen mit den Mannschaften der Wing-Riders (East and West), VfL Bad Nauheim, EC Lichtenau, HTSC Bremen festigten die sportlichen Freundschaften.
Das Projekt Kunsteisbahn wurde nicht aufgegeben. Seine Befürworter - neben dem VERC vor allem der Verkehrsverein, Parlamentsabgeordnete, Geschäftsleute, Gastwirte und zahlreiche am Sport und an der Weiterentwicklung Lauterbachs interessierte Bürger - hofften, dass sich ihre Argumente durchsetzen würden.
Ende 1968 gründeten diese Enthusiasten den „Förderkreis zur Errichtung einer Kunsteisbahn in Lauterbach". In einer groß angelegten Zeitungskampagne wurden die Bürger der Stadt und des Kreises Lauterbach über die Kunsteisbahn informiert und die Parlamentarier daran erinnert, ihren einstimmigen Beschluss vom 9. Oktober 1964 zum Bau einer Kunsteisbahn bald in die Tat umzusetzen.
Die Anzeigen überzeugten schließlich, dass eine Kunsteisbahn für Lauterbach finanziell tragbar sei und sie ein Gewinn für Lauterbach und seine Sportfreunde in der Umgebung sei. Vor allem der Jugend sollte die Möglichkeit gegeben werden, sich in frischer Luft sportlich zu betätigen.
Eine Spendenaktion lief an und erbrachte den Betrag von insgesamt 90 380 Mark, der sich aufteilt in Barleistungen in Höhe von 78 380 Mark und Sachspenden im Wert von 11 650 Mark. Darüber hinaus verpflichteten sich weitere Gönner des Clubs für die laufenden Unterhaltungskosten nach Inbetriebnahme der Kunsteisbahn für mindestens zehn Jahre mit einem Gesamtbetrag von 17 900 Mark einzuspringen.
Dieser Initiative und dem somit zum Ausdruck gebrachten Willen der Bevölkerung schloss sich das Stadtparlament an und im Februar 1969 wurde die Frage der Kunsteisbahn wieder aufgegriffen. Am 6. Mai fand die nächste entscheidende Besprechung statt.
Im Landratsamt trafen sich Stadt- und Kreispolitiker, Bürgermeister Fiedler, Landrat Vieregge, Mitglieder des Förderkreises und der Vorsitzende des VERC, A. Schönheit, mit dem Sportdezernenten der Hessischen Landesregierung, Regierungsdirektor Heinz Fallak. Regierungsdirektor Fallak brachte auch im Namen von Innenminister Schneider zum Ausdruck, dass die Landesregierung die Bürgerinitiative begrüßte und dem Projekt seine Unterstützungen nicht versagen werde.
Hiermit wurde das Ing. und Planungsbüro Deyle in Stuttgart beauftragt, bei der Vergebung der Arbeiten jedoch darauf geachtet, dass soweit nicht ausgesprochene Spezialfirmen herangezogen werden mussten, die einheimische Wirtschaft berücksichtigt wurde.
Selbst das Hessische Fernsehen (3. Programm) beschäftigte sich in der Sendung "Kunsteisbahn in Lauterbach geplant" mit dem Problem. Bei der wenige Tage später stattgefundenen Sitzung über den Etat genehmigten die Stadtverordneten die Mittel für die Kunsteisbahn.
Im August 1970 begannen dann die Bauarbeiten. Der Wettergott war dem Unternehmen sehr gnädig gesonnen. Es regnete an den entscheidenden Tagen nicht, so dass es möglich war, die Isolierung, die nur bei trockenem Wetter aufgebracht werden konnte, in einem verhältnismäßig kurzen Zeitraum zu installieren. Alle beteiligten Firmen gaben ihr Bestes. Plötzlicher Kälteeinbruch verhinderte das Einbringen der Betonpiste. Endlich, am Sonnabend, 28. November, konnte mit den Arbeiten begonnen werden. Den Männern, die in verstärktem Einsatz in Tag- und Nachtschicht diese Piste fertigstellten, gebührt besonderer Dank.
Dem VERC für seine sportlichen und erzieherischen Aufgaben viel Erfolg.